Nächtliches schwitzen

Schwitzen erfüllt beim Menschen durchaus wichtige und gewollte Funktionen, wie zum Beispiel die Temperaturregulierung des Körpers. Daher verliert der Mensch auch im Ruhezustand zwischen 100 und 200 Milliliter Schweiß pro Tag. In Extremsituationen, wie zum Beispiel beim Sport oder in der Sauna, können diese Mengen jedoch auch um ein vielfaches überschritten werden, um die Temperatur trotz erhöhter Leistung weitestgehend konstant zu halten. Lästig wird starkes Schwitzen, wenn es in Situationen auftritt, in denen es nicht seine thermoregulierende Eigenschaft erfüllt. Viele Menschen schwitzen zum Beispiel nachts während des Schlafes sehr stark und wachen dann, im wahrsten Sinne des Wortes, in Schweiß gebadet auf. Nachtschweiß kann dabei vielerlei Ursachen haben, von denen einige profan sind, andere jedoch eine ernst zu nehmende Erkrankung darstellen können.

Viele der Gründe, aus denen man nachts verschwitzt aufwacht, erklären sich mit ein wenig Nachdenken von selbst. So kann es zum Beispiel ganz einfach daran liegen, dass es im Schlafzimmer schlicht zu warm oder auch zu kalt ist. Andere Menschen schwitzen, wenn Sie vor dem zu Bett gehen zu viel Alkohol getrunken oder auch zu scharf gegessen haben. Nicht wenige Menschen verarbeiten während des Schlafes auch starke positive oder negative Gefühle, die sie Tags zuvor beschäftigt haben und brechen darüber in Schweiß aus. All das lässt sich relativ leicht erklären und ist auch nicht ungesund, da es nicht regelmäßig vorkommt und auf einzelne, extreme Situationen beschränkt ist, die jeden von uns einmal treffen.

Richtig unangenehm wird es erst, wenn man unter sogenannter nächtlicher Hyperhidrose leidet. Hyperhidrose ist die Bezeichnung für krankhaft starkes Schwitzen, welches zu jeder Zeit und ohne bestimmbaren Auslöser auftreten kann. Gerade nachts ist das natürlich besonders unangenehm. Betroffene wachen nicht selten im vom Schweiß völlig durchnässten Kleidern auf und auch die Bettwäsche ist oft so feucht, dass sie mitten in der Nacht gewechselt werden muss, da sonst an ein weiter Schlafen gar nicht zu denken ist. Vom Nachtschweiß gepeinigte Menschen deshalb auch des öfteren Nachts duschen und ihre Kleidung wechseln, um überhaupt noch an weiterführenden Schlaf im Verlauf der selben Nacht denken zu können. Durch ständige Schlafstörungen dieser Art sind diejenigen, welche unter starkem nächtlichem Schwitzen leiden, morgens oft unausgeschlafen und fühlen sich schlapp und wie gerädert.

Starkes nächtliches Schwitzen kann unter anderem auch durch die Einnahme diverse Medikamente bedingt sein oder zumindest begünstigt werden. So können zum Beispiel verschiedene Antidepressiva sowie Atypische Neuroleptika bei regelmäßiger Einnahme zu einer starken nächtlichen Schweißproduktion führen. Auch so profane Arzneimittel wie frei verkäufliche Schmerzmittel, die Paracetamol oder Acetylsalicylsäure enthalten, können Schweißattacken während der Nacht begünstigen. Darüber hinaus wirken Medikamente zur Blockade von Hormonen, zum Senken des Blutzuckerspiegels oder gegen Asthma und Bronchitis oft begünstigend in Bezug auf Nachtschweiß. Wenn Sie merken, dass Sie, seit Sie ein bestimmtes Medikament einnehmen unter starkem Nachtschweiß leiden, informieren Sie umgehend Ihren Arzt. Sicher kann er Ihnen ein gleichwertiges Präparat verordnen, mit dem Sie nicht „ins Schwitzen geraten“.

Die Ursachen von nächtlichem Schwitzen und deren Behandlung sind also vielfältig. Sie haben jedoch viele Möglichkeiten, um selbst etwas gegen den Nachtschweiß zu tun. Beispielsweise können Sie vor dem zu Bett gehen bewusst entspannen, etwa bei einer Tasse Beruhigungstee. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, zum Schlafen leichte Kleidung zu tragen, damit der Körper während des Schlafes nicht überhitzt. Auch eine generell gesunde und ausgeglichene Lebensweise sorgen dafür, dass solche Probleme wie Schweißausbrüche während des Schlafes gar nicht erst auftreten. Wer sich und seinen Körper gesund erhält und gut behandelt, wird daher seltener Probleme mit nächtlichem Schwitzen haben, als Menschen, die exzessiv und am Limit leben.

Auch wenn der Körper durch akute oder chronische Infektionen ständig damit beschäftigt ist, die körpereigene Immunabwehr hoch zu halten, kann dies zu starkem nächtlichen Schwitzen führen, das sich in feuchter Schlafkleidung und/oder Bettwäsche äußert. Zu den häufigsten Infektionskrankheiten, die verstärkten Nachtschweiß begünstigen können zählen unter vielen anderen die Virale Grippe, Tuberkolose, eine Herzinnenhautentzündung oder gar eine Infektion mit dem HIV-Virus. Auch das Pfeiffersche Drüsenfieber oder eine Borreliose können Nachtschweiß fördern. Nur um sicher zu gehen, dass Sie nicht unter einer dieser gefährlichen Krankheiten leiden, sollten Sie, wenn Sie lang anhaltend unter starkem nächtlichem Schwitzenleiden, unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser kann eine mögliche Erkrankung durch die entsprechenden Untersuchungen feststellen und sofort Gegenmaßnahmen beziehungsweise eine Behandlung einleiten.

Nächtliches Schwitzen kann auch durch eine Über- oder Unterversorgung mit verschiedenen Hormonen oder starke hormonelle Umstellungen im Körper bedingt sein. Beispielsweise entsteht Nachtschweiß oft bei Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion. Aber auch bei Teenagern in der Pubertät oder Frauen in den Wechseljahren kommt es aufgrund der hormonellen Umstellungen im Körper des Öfteren zu nächtlichen Schweißattacken. Dies lässt sich teilweise durch eine gesunde Lebensweise und einen regelmäßigen Schlafrhytmus ausgleichen, ohne dass eine Behandlung erfolgen muss. Darüber hinaus wird nächtliches Schwitzen auch durch verschiedene Stoffwechselerkrankungen hervorgerufen. So können zum Beispiel bei Diabetes-Patienten nächtliche Schweißausbrüche ein Anzeichen für Unterzuckerung während des Schlafes sein. Sollte dies der Fall sein, so muss der Blutzucker mit ärztlicher Hilfe auf einen Normalwert eingestellt werden, um weitere nächtliche Schweißattacken zu unterbinden und schwere Folgeerkrankungen zu verhindern.

Wenn das körpereigene Immunsystem nicht richtig funktioniert und Zellen des Körpers angreift, weil es sie für Krankheitserreger hält, spricht man von einer Autoimmunkrankheit. Viele dieser Krankheiten verursachen neben anderen Symptomen auch nächtliches Schwitzen als unangenehme Begleiterscheinung. Zu diesen Erkrankungen gehören unter anderem einige Arten der Arthritis sowie diverse Gefäßentzündungen. Mit der Behandlung dieser Krankheiten sollten auch das Problem des nächtlichen Schwitzens gelöst oder zumindest gemindert werden.

Wenn Sie Ihren Körper oft Stresssituationen aussetzen oder generell ein stressiges Leben führen, kann dies nächtliches Schwitzen ebenfalls begünstigen. Die seelische Belastung schlägt sich dabei in einem Ungleichgewicht des Körpers nieder, der darauf unter anderem mit Schwitzen, Schlafstörungen und anderen unangenehmen Verhaltensweisen reagiert. Auch bei Burnout-Patienten ist starker Nachtschweiß in vielen Fällen zu beobachten. Ist Stress der Auslöser für Ihr starkes nächtliches Schwitzen, dann versuchen Sie, Ihr Leben zu „entstressen“. Nehmen Sie sich öfter kleine Auszeiten, während derer Sie die Seele baumeln lassen können ohne sich über die Hektik und Aufgaben des Tages Gedanken machen zu müssen. Indem Sie Ihr seelisches Gleichgewicht wiederherstellen werden Sie auch von Nachtschweiß-Attacken verschont bleiben.

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Veröffentlicht unter Allgemein, Nächtliches schwitzen
Ein Kommentar auf “Nächtliches schwitzen
  1. Hi, fand deinen Beitrag grad unheimlich interessant und kann mir jetzt meinen Kommentar nicht verkneifen.
    Zum einen hast du sicher Recht, dass vor allem psychischer Stress eine enorme Ursache für nächtliches Schwitzen sein kann, aber leider ist das ja etwas, dass man nicht so leicht abschalten kann. Ich kenne das von mir selber. Ich leide zwar nicht daran, dass ich dann nachts schwitze, allerdings ist an Durchschlafen bei mir dann auch nicht zu denken. Das Blöde daran ist, dass Unausgeschlafenheit den Stress ja oft noch verschlimmert.

    Ich habe bei mir persönlich festgestellt, dass ich neuerdings Probleme mit nächtlichem Schwitzen habe (von zu heißen Temperaturen draußen mal abgesehen ;D ), wenn ich kurz vor dem Schlafengehen noch schwer esse. Nicht nur, dass mir das Essen dann nachts wie ein Stein schwer im Magen liegt, sondern erstaunlicherweise wache ich dann auch oft klitschnass auf. Das hat allerdings auch eine ganze Weile gedauert, bis mir der Zusammenhang dann mal aufgefallen ist. Obwohl es ja so logisch fast schon auf der Hand liegt, denn bei der Verdauung arbeitet der Körper ja auch, nur ist er tagsüber dabei noch durch die Bewegungsabläufe unterstützt.
    Vielleicht hilft meine gerade erst kürzlich gewonnene Erkenntnis ja dem ein oder anderen weiter, sein nächtliches Schwitzen ein wenig in den Griff zukriegen! 🙂

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